Los Angeles macht Schluss mit Plastiktüten

Die kalifornische Metropole Los Angeles beschloss im Mai 2012 ein Gesetz, das die unentgeltliche Vergabe von Plastiktüten in Geschäften und Supermärkten verbietet, im August 2012 begann nundie Umsetzung. Große Geschäfte sind angehalten, die Regeländerung innerhalb von sechs Monaten umzusetzen, kleinere Händler haben dazu ein Jahr Zeit.

Ziel des Verbotes ist es, Plastikmüll zu reduzieren und die Umwelt zu schonen. Rund 2,3 Milliarden Plastiktüten wurden bisher jährlich allein in Los Angeles ausgegeben. Viele davon finden sich später in Flüssen, Seen und dem Meer wieder. Dies schadet nicht nur der Umwelt, sondern auch den Steuerzahler, der für die Reinigung der Gewässer aufkommen muss. Da nur 5 % der verwendeten Tüten aus wiederverwertbarem Material bestehen, ist die Umweltbelastung eklatant. In Zukunft sollen die vier Millionen Bürger der Stadt ihre eigenen Tüten zum Einkauf mitbringen oder die in den USA typischen Papiertüten kaufen. Deren Preis ist durch den Beschluss ebenfalls fixiert worden: 10 Cent müssen Kunden nun dafür zahlen. Ursprünglich wurde sogar erwogen, auch diese zu verbieten. In zwei Jahren soll überprüft werden, ob auch sie aus den Geschäften verbannt werden.

Während Umweltschützer diesen Vorstoß begrüßen, wird die Entscheidung der kalifornischen Plastikindustrie scharf kritisiert. Rund 750 Arbeitsplätze wären von dem Gesetz betroffen. Die Plastikindustrie bevorzugt eine Regelung, die auf wiederverwertbare Materialien setzt und argumentieren, die Ökobilanz der Herstellung von Papiertragetaschen sei nicht zwingend nachhaltiger sei als die von Polyäthylen, solange die Tüten mehrfach verwendet werden. Das Plastiktütenverbot ist allerdings keine Überraschung: Los Angeles ist zwar die größte Stadt, die das Verbot bis jetzt eingeführt hat, jedoch bei Weitem nicht die einzige. 45 weitere kalifornische Städte sind bereits frei von Plastiktüten, darunter auch San Francisco. Erst vor Kurzem scheiterte ein Gesetzesentwurf, der vorsah, sie im gesamten Bundesstaat zu verbieten. Umweltaktivisten wollen dagegen jedoch Revision einlegen.