Länger, schneller grösser: Die Containerschifffahrt der Zukunft

Wieviel grösser könne Ozeanariesen noch werden? Längst haben ULCS - Ultra Large Container Ships - der PanMax-Klasse den Rang abgelaufen, und selbst mit diesem Schirtt ist das Ende noch nicht erreicht: Derzeit werden regelmäßig Schiffe vom Stapel gelassen, die sich im Monatstaktin mit immer neuen Größenrekorden überbieten. Über 160 Schiffe der ULCS-Klasse befinden sich derzeit auf den Weltmeeren oder im Bau und stellen dabei besondere Herausforderungen an Crew und Häfen. Mehr Kräne und eine weitere Automation derselben sind nur zwei der Maßnahmen, die dabei helfen sollen, die zusätzlichen Container zu bewältigen. Auch Twin Lift Spreader, schnellere Laufkatzen und eine erhöhte Hebegeschwindigkeit werden notwendig. Auch eine verbesserte Koordinierung bei der Abfertigung, beispielsweise durch RFID-Technk, wird dabei helfen.

Vor allem auf Langstrecken sind die auch Post-PanMax genannten Schiffe von Vorteil: Durch ihre größere Lagerkapazität von mehr als 12.500 TEU arbeiten sie trotz erhöhtem Treibstoffverbrauch kostengünstiger, zumal diese durch die wiederentdeckte Langsamfahrt deutlich reduziert werden. Diese Entwicklung führt jedoch auch dazu, dass immer mehr Kapital an einzelne Containerschiffe gebunden ist. Deswegen sind Reedereien oft gezwungen, den Bereich der Cotainerproduktion und -Wartung über Leasingkonzepte wie P&R Container auszulagern. Die erhöhte Ladekapazität hat auch andere Nachteile: Durch Größe und Tiefgang, der bei voller Beladung durchaus 16,5 m betragen kann, sind sie bei der Wahl der Häfen wesentlich unflexibler und können teils auch kürzere Passagen nicht mehr nutzen. Deswegen ist bei der Beladung und Routenplanung mehr Geschick erforderlich.

Dennoch stehen Vorteile und Wirtschaftlichkeit der neuen Schiffe außer Frage. Das derzeit größte Containerschiff ist die Mærsk Mc-Kinney Møller mit einer Länge von knapp 400 Metern, einer Breite von 59 Metern und einer Bauhöhe von 73 Metern und Platz für 18.270 Containern. Damit scheint das Ende jedoch noch lange nicht erreicht zu sein. Chinesische Reedereien arbeiten derzeit an einer neuen Schiffsklasse, deren Mitglieder 20.000 Container fassen sollen.