Brustvergrösserung mit Eigenfett und Stammzellen

Brustvergrößerungen mit Eigenfett gelten nicht erst seit dem Implantate-Skandal als mögliche Alternative zur herkömmlichen Brustvergrößerung. Dabei wird Eigenfett aus geeigneten Stellen wie dem Bauchbereich entnommen, aufbereitet und in die Brust eingebracht. Da meist unsicher ist, wie gut die Fettzellen dort anwachsen, können mehrere Behandlungen notwendig sein. Grundsätzlich ist das Verfahren nicht geeignet, wenn die Brustvergrößerung erheblich sein soll. Auch für untergewichtige Patientinnen kommt diese Methode nicht infrage, da in etwa doppelt so viele Fettzellen abgesaugt werden müssen, als später eingebracht werden. Es ist derzeit auch unklar, welche Risiken dieses Verfahren aufweist, da gerade abgestorbene Fettzellen Probleme verursachen können. Ölzysten sind eine der möglichen Komplikationen.

Da nicht immer gewährleistet ist, dass die Fettzellen anwachsen, sollen neuere Verfahren dafür sorgen, dass die Ergebnisse zuverlässiger und vorhersehbar werden. Hierfür werden zusätzlich Stammzellen eingebracht, die das Anwachsen verbessern und Komplikationen verringern sollen. Allerdings steht gerade diese Methode in der Kritik, da erhöhtes Krebsrisiko nicht ausgeschlossen werden kann. Derzeit fehlen jedoch noch verlässliche Daten zu dieser Problematik, deren Vorkommen übrigens durchaus auch bei dem herkömmlichen Verfahren ohne Stammzellen vermutet wird. Das Verfahren weist jedoch auch mehrere Vorteile auf. So ist keine Vollnarkose notwendig und die Methode hinterlässt keine Narben. Sie liegt preislich auf ähnlichem Niveau wie die Brustvergrößerung mit Implantaten.

Wer sich für eine Brustvergrößerung entschieden hat, sollte sich über alle Verfahren ausführlich beraten lassen und dann entscheiden, welcher Methode er mehr Vertrauen schenkt. Derzeit wird die herkömmliche Brustvergrößerung mit Implantaten von dem Großteil der Patientinnen vorgezogen. Nur jede 25. wird mit Eigenfett durchgeführt, jedoch mit deutlich steigender Tendenz. Dass Brustvergrößerungen mit Eigenfett derzeit nicht von allen Ärzten vorbehaltlos empfohlen werden, liegt sicherlich auch an der Neuheit des Verfahrens. Allerdings sind die Bedenken durchaus nachvollziehbar. Eine vollkommen risikofreie Operation ist jedoch niemals durchführbar.

Dieser Artikel dient lediglich der Information, stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt in keiner Weise die Beratung duch einen ausgewiesenen Facharzt.